Pavel

Pavel Gililov

Pavel Gililov wurde in Donezk, im Süden der Ukraine geboren. Früh entdeckten seine Eltern die musikalische Begabung des Kindes. Sein Vater, selbst Musikliebhaber und Amateurmusiker, gab ihm den ersten Klavierunterricht.

Bald kamen öffentliche Auftritte, mit acht Jahren spielte er das erste Mal mit Orchester. Mit 11 Jahren interpretierte er das 3. Klavierkonzert des großen Komponisten und Pädagogen Dmitri Borissowitsch Kabalewski, der selbst so begeistert davon war, dass er dem Jungen ein Studium in St. Petersburg ermöglichte – an einer Spezialschule für hochbegabte Kinder. Auf dieser Schule waren auch Musiker wie Boris Pergamenschikow, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Grigory Sokolov, um nur einige Namen zu nennen.

Während des Studiums wurde Pavel Gililov Preisträger des Nationalen Klavierwettbewerbs in Moskau (1972) und des Internationalen Chopin Wettbewerbs in Warschau (1975). Darauf folgte eine intensive Konzerttätigkeit in der Sowjetunion und im sozialistischen Ausland. Nach seinem Abschluss 1976 wurde Pavel Gililov aufgrund seines außergewöhnlichen pädagogischen Talents am St. Petersburger Konservatorium als jüngster Dozent für das Konzertfach Klavier engagiert.

Der politische Druck wurde immer unerträglicher, sodass  Pavel Gililov 1978 die Ausreise beantragte und zunächst nach Österreich und dann nach Deutschland emigrierte. In Köln setzte er seine pädagogische Arbeit fort.

Gleich nach der Übersiedlung in den Westen gewann Pavel Gililov den traditionsreichen internationalen „G.B. Viotti“ Wettbewerb in Vercello, Italien und begann damit eine neue Phase in seinem Konzertleben, zahlreiche Solo- sowie Orchesterkonzerte folgten. Er konzertierte u.a. mit den Philharmonischen Orchestern Leningrad, Moskau und Warschau, dem Polnischen Rundfunkorchester, Philharmonia Hungarica, Wiener Symphoniker, Nederland Philharmonie Orchestra, Berliner Philharmonisches Kammeorchester, Gürzenich Orchester Köln, RAI-Turin, Irisches Nationalorchester, Detroit Chamber Orchestra unter Dirigenten wie zum Beispiel Lawrence Foster, Andris Jansons, Valery Gergiev und James Conlon. Seine Engagements führten ihn in die wichtigsten Kulturmetropolen, so spielte er in der Berliner Philharmonie, Alte Oper Frankfurt, Musikverein Wien, La Scala Mailand, Teatro Real Madrid, Palao de la Musica Barcelona, Concertgebouw Amsterdam, Tonhalle Zürich, Palais des Beaux-Art Brüssel, Teatro Cologne Buenos Aires u.v.m. Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen für die Deutsche Grammophon, RCA Victor, Toshiba EMI, Virgin, Orfeo u.a. belegen sein vielfältiges musikalisches Schaffen. Pavel Gililov war und ist gerngesehener Gast bei bedeutenden Festivals wie Edinburgh, Newport, Schleswig-Holstein, Rheingau, bei den Salzburger und Ludwigsburger Festspielen und vielen anderen. Mehrere Werke zeitgenössischer Komponisten sind Gililov gewidmet und von ihm uraufgeführt.

Neben der solistischen Konzerttätigkeit widmet sich Pavel Giliov mit großer Leidenschaft auch der Kammermusik. Mit seinem Schulfreund und Kollegen Boris Pergamenschikow gründete er ein Duo, das weltweite Anerkennung genoss und viele Einspielungen hinterließ, und gründete das Gililov Klavierquartett (früher Berliner Philharmonisches Klavierquartett).

Pavel Gililov hat seine Konzerttätigkeit immer erfolgreich mit seiner pädagogischen Tätigkeit verbunden. Als Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Mozarteum Salzburg hat er zahlreiche internationale Preisträger ausgebildet, die in der ganzen Welt erfolgreich konzertieren. Er gibt weltweit Meisterkurse für junge Pianisten und leitete über mehrere Jahre hinweg die Sommerakademie Lausanne. Zudem ist er bei vielen internationalen Klavierwettbewerben Mitglied der Jury.

2005 gründete Pavel Gililov die Telekom Beethoven Competition Bonn, deren Künstlerischer Leiter und Jury-Präsident er bis heute ist.

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